Ein Segeltörn zur Insel Vis in Mitteldalmatien verbindet historische Hafenorte wie Komiža mit dem Besuch der Blauen Grotte auf der Nachbarinsel Biševo.
Vis liegt weiter draussen in der Adria als die meisten Inseln, die von Trogir aus während einer Segelwoche angesteuert werden. Schon die Überfahrt unterscheidet sich deshalb von kürzeren Etappen nach Šolta oder Brač: Die Route führt über längere Strecken durch offeneres Wasser, und Wind, Seegang sowie die verfügbare Zeit spielen eine grössere Rolle.
Die Insel selbst verbindet zwei sehr unterschiedliche Hafenorte, eine abwechslungsreiche Felsküste und eine lange maritime Geschichte. Südwestlich von Vis liegt die kleine Nachbarinsel Biševo mit der bekannten Blauen Grotte. Ein Besuch lässt sich jedoch nicht fest einplanen: Ob die Höhle geöffnet ist, hängt vor allem von Seegang und Wetter ab.
Die MANAIA startet von ihrer Heimatbasis in der Marina Baotić in Seget Donji bei Trogir. Von dort liegt Vis deutlich weiter entfernt als die küstennahen Inseln Šolta und Brač. Die tatsächlich gefahrene Strecke hängt vom gewählten Etappenziel, dem Kurs und der gesamten Wochenroute ab.
Vis ist deshalb kein Ziel für einen beiläufigen Abstecher. Für die Insel braucht es ausreichend Zeit und ein geeignetes Wetterfenster. Je nach Bedingungen kann die Strecke in mehrere Etappen aufgeteilt werden. Mögliche Zwischenziele sind unter anderem Šolta, Brač oder Hvar.
Ein sinnvoller Zwischenstopp kann beispielsweise Maslinica an der Westküste von Šolta sein. Der kleine Hafenort liegt an einer von mehreren Inselchen umgebenen Bucht. Direkt am Wasser befindet sich das historische Schloss Martinis Marchi, das heute als Hotel genutzt wird. Mehr über den Ort findet ihr in unserem Beitrag über Maslinica auf Šolta.
Welche Route tatsächlich gefahren wird, entscheiden Werner oder Tea anhand der Wetterlage, des Seegangs, der verfügbaren Zeit und der Wünsche der Gäste. Eine feste Route nach Vis können wir deshalb nicht garantieren.
Vis bietet mehrere Hafenorte und Buchten, die sich in Charakter und Lage deutlich unterscheiden.
Ort | Insel | Lage | Besonderheit |
|---|---|---|---|
Maslinica | Šolta | Westküste | Möglicher Zwischenstopp auf dem Weg von Trogir |
Vis-Stadt | Vis | Nordostküste | Grosser Naturhafen mit den Ortsteilen Luka und Kut |
Komiža | Vis | Westküste | Historischer Fischerort und Ausgangspunkt für Biševo |
Mezoporat | Biševo | Ostküste | Besucherzentrum und Umstieg zu den Booten der Blauen Grotte |
Stončica | Vis | Nordostküste | Bucht mit Strand und saisonaler Gastronomie |
Rukavac | Vis | Südostküste | Ausgangspunkt für Buchten und Inseln an der Südküste |
Stiniva | Vis | Südküste | Schmale Einfahrt zwischen hohen Felswänden |
Diese Übersicht ist keine fertige Routenempfehlung. Ob ein Hafen oder eine Bucht bei den jeweiligen Bedingungen geeignet ist und ob ein Liegeplatz zur Verfügung steht, muss immer aktuell beurteilt werden.
Das Klima in Mitteldalmatien ist mediterran geprägt. Die Sommer sind häufig warm bis heiss und vergleichsweise trocken, während die Winter milder und feuchter ausfallen. Für einen Törn nach Vis sind jedoch nicht langfristige Klimawerte, sondern die konkrete Wetter- und Seegangsvorhersage entscheidend.
Zu den typischen Winden der Region gehören Maestral, Jugo und Bora.
Der Maestral ist ein thermischer Wind, der sich im Sommer häufig im Tagesverlauf entwickelt. Seine Stärke und Richtung werden lokal durch Inseln und Küstenverläufe beeinflusst.
Der Jugo weht aus dem südlichen Quadranten, an der mittleren Adria häufig aus Südost. Er kann über längere Zeit anhalten und entsprechend Welle aufbauen.
Die Bora kommt aus nördlichen bis nordöstlichen Richtungen. Sie kann sehr böig auftreten und ist keineswegs nur ein Winterwind. Auch während der Segelsaison sind Boralagen möglich.
Gerade weil Vis weiter draussen liegt, müssen Wetterentwicklung und Rückweg frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Die verantwortliche Entscheidung über Route und Etappen treffen an Bord Werner oder Tea.
Die Blaue Grotte, auf Kroatisch Modra špilja, liegt an der Ostseite der kleinen Insel Biševo, südwestlich von Vis. Bekannt ist sie für das blau-silbrige Licht, das bei geeigneten Bedingungen im Höhleninneren sichtbar wird.
Der Effekt entsteht durch Sonnenlicht, das durch eine natürliche Öffnung unterhalb der Wasseroberfläche in die Höhle gelangt. Das Licht wird vom hellen Untergrund reflektiert und lässt Wasser und Felswände blau erscheinen. Gegenstände unter der Wasseroberfläche können dabei silbrig wirken.
Wie intensiv der Effekt ausfällt, hängt von Sonnenstand, Bewölkung, Wasserstand und Seegang ab. Die häufig genannte Zeit rund um die Mittagsstunden ist deshalb nur eine allgemeine Orientierung und keine Garantie für ein bestimmtes Lichterlebnis.
Mit einer Yacht oder einem eigenen Beiboot darf nicht in die Blaue Grotte eingefahren werden. Der Zugang erfolgt mit kleinen, dafür vorgesehenen Besucherbooten.
Wer mit einer privaten Yacht nach Biševo kommt, fährt zunächst zum Besucherzentrum in der Bucht Mezoporat. Dort werden die Tickets für die Grotte verkauft und die Gäste auf die offiziellen kleinen Boote verteilt. Diese fahren durch den niedrigen Eingang in die Höhle.
Die Aufenthaltsdauer im Inneren ist begrenzt und richtet sich nach Besucherandrang sowie den organisatorischen Vorgaben vor Ort. In der Hauptsaison können Wartezeiten entstehen.
Ob die Grotte geöffnet werden kann, entscheidet der Betreiber abhängig von den aktuellen Bedingungen. Schon mässiger Seegang kann dazu führen, dass eine sichere Einfahrt durch den niedrigen Höhleneingang nicht möglich ist. Die Grotte kann deshalb auch kurzfristig geschlossen bleiben.
Ein Besuch der Blauen Grotte ist aus diesem Grund niemals ein garantierter Programmpunkt einer Segelwoche.
Aktuelle Informationen zu Öffnung, Besuchsablauf und Preisen stellt das Besucherzentrum Modra špilja – Biševo bereit. Die derzeit auffindbare offizielle Preisseite enthält nicht in allen Bereichen eindeutig als 2026 gekennzeichnete Eintrittspreise. Ich kann einen konkreten Eintrittspreis für 2026 deshalb nicht sicher bestätigen.
Die Küste von Vis bietet zahlreiche Buchten. Manche eignen sich bei passenden Bedingungen für einen Badestopp, andere besitzen Strände, kleine Siedlungen oder saisonale Gastronomie. Ihre Eignung als Anker- oder Übernachtungsplatz hängt jedoch immer von Wind, Welle, Wassertiefe, Untergrund und Schwojraum ab.
Stončica liegt im Nordosten von Vis. Die Bucht besitzt einen Strand und ist von bewachsenen Hängen umgeben. Während der Saison gibt es dort gastronomische Angebote.
Ob der Betrieb geöffnet ist und welche Anker- oder Liegesituation vorgefunden wird, sollte aktuell geprüft werden. Die landschaftlich geschlossene Form einer Bucht bedeutet nicht automatisch, dass sie bei jeder Windrichtung ausreichend Schutz bietet.
Rukavac liegt im Südosten der Insel. Von diesem Küstenabschnitt sind mehrere Buchten und vorgelagerte Inseln erreichbar. In der Nähe befinden sich unter anderem Ravnik und Budikovac.
Die Wasserflächen rund um Rukavac werden durch Inseln, Felsen und Buchten gegliedert. Gleichzeitig erfordert dieses Gebiet eine sorgfältige Navigation mit aktuellen nautischen Karten. Allgemeine Reisebeschreibungen ersetzen keine nautische Beurteilung vor Ort.
Stiniva liegt an der Südküste von Vis. Die Bucht ist für ihre schmale Einfahrt zwischen hohen Felswänden und den dahinter liegenden Kiesstrand bekannt.
Tagsüber wird Stiniva von Ausflugsbooten und privaten Yachten besucht. Dadurch kann es in und vor der engen Einfahrt lebhaft werden. Ob eine Annäherung mit Beiboot, SUP oder schwimmend sinnvoll und sicher ist, muss anhand des Verkehrs, des Seegangs und der aktuellen Situation beurteilt werden.
Die Bucht ist kein verlässlicher Geheimtipp mehr, sondern eines der bekanntesten Ausflugsziele der Insel.
Vis-Stadt liegt an einer grossen Bucht im Nordosten der Insel. Der Ort besteht aus mehreren historisch gewachsenen Bereichen. Besonders bekannt sind Luka im westlichen Teil und Kut im Südosten der Bucht.
In Luka befindet sich der Fährhafen. Kut wird von traditionellen Steinhäusern, kleinen Plätzen, Gassen und Restaurants geprägt. Entlang der Uferpromenade lassen sich die verschiedenen Ortsteile zu Fuss erkunden.
Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Antike zurück. In diesem Gebiet lag die griechische Siedlung Issa, die spätestens seit dem 4. Jahrhundert vor Christus bestand. Archäologische Spuren und Fundstücke erinnern bis heute an diese Epoche.
Vis war nach dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutender militärischer Stützpunkt Jugoslawiens. Der Zugang für ausländische Besucher war über Jahrzehnte stark eingeschränkt. Häufig wird 1989 als Ende dieser weitgehenden Abschottung genannt. Die genaue rechtliche Ausgestaltung und der exakte Zeitpunkt einzelner Zugangsbeschränkungen lassen sich aus den verfügbaren offiziellen Quellen jedoch nicht zweifelsfrei rekonstruieren.
Richtig ist, dass die militärische Nutzung die Entwicklung der Insel über lange Zeit beeinflusste. Verlassene Anlagen, Tunnel und frühere Militärstandorte sind noch heute Teil ihrer Geschichte. Wer solche Orte besuchen möchte, sollte dies nur im Rahmen zugelassener Angebote und unter Beachtung örtlicher Beschränkungen tun.
Komiža liegt an der Westseite von Vis unterhalb des rund 587 Meter hohen Hum, der höchsten Erhebung der Insel. Der historische Ortskern zieht sich dicht um die Bucht und den Hafen.
Schmale Gassen, mehrgeschossige Steinhäuser und die direkte Verbindung zum Meer prägen den Ort. Komiža besitzt eine lange Fischereitradition und ist eng mit der Geschichte der Falkuša verbunden.
Die Falkuša ist eine traditionelle Variante der komižaer Gajeta. Diese offenen Holzboote wurden zum Segeln und Rudern genutzt. Fischer aus Komiža fuhren damit unter anderem zu den weit entfernten Fanggebieten rund um Palagruža.
Heute ist Komiža ein wichtiger Ausgangspunkt für Ausflüge nach Biševo und zur Blauen Grotte. Verschiedene Anbieter organisieren von hier aus Bootsfahrten. Preise, Abfahrtszeiten und enthaltene Leistungen unterscheiden sich je nach Betreiber und Saison.
Für Yachten ist die Verfügbarkeit von Liegeplätzen vom Wetter, der Jahreszeit und der Auslastung abhängig. Ein freier Platz im Hafen kann nicht vorausgesetzt werden.
Die Küche von Vis ist eng mit Fischfang, Weinbau und den Produkten der kargen Inselböden verbunden. Zu den bekannten Spezialitäten gehören Peka, Viška pogača und Komiška pogača.
Bei der Peka werden Fleisch, Fisch oder Oktopus zusammen mit Kartoffeln und Gemüse unter einer Metall- oder Tonglocke gegart. Die Glocke wird mit heisser Glut bedeckt, sodass die Zutaten langsam garen.
Da die Zubereitung Zeit benötigt, verlangen viele Restaurants eine Vorbestellung. Wie früh und auf welchem Weg bestellt werden muss, entscheidet jedoch der jeweilige Betrieb. Eine ausnahmslos geltende Regel gibt es nicht.
Die Viška pogača ist ein herzhafter Teigkuchen, der traditionell unter anderem mit gesalzenem Fisch und Zwiebeln gefüllt wird.
Die Komiška pogača enthält zusätzlich Tomaten. Dieser Unterschied wird häufig als wesentliches Merkmal der beiden lokalen Varianten genannt. Die genaue Zubereitung kann sich dennoch von Familie zu Familie und von Restaurant zu Restaurant unterscheiden.
Zu den bekanntesten weissen Rebsorten der Insel gehört Vugava. Sie wird vor allem auf Vis angebaut und kann körperreiche, aromatische Weissweine hervorbringen. Stil und Geschmack hängen vom Standort, Jahrgang und Ausbau des jeweiligen Weins ab.
Bei den roten Rebsorten spielt Plavac mali eine wichtige Rolle. Die Sorte wird nicht nur auf Vis, sondern in mehreren dalmatinischen Weinregionen angebaut. Vis sollte deshalb nicht als alleiniger Herkunftsort des Plavac mali bezeichnet werden.
Die neue Lagoon 47 MANAIA startet ab Juli 2027 von ihrer Heimatbasis in der Marina Baotić bei Trogir. Vis und Biševo können Teil einer einwöchigen Reise durch Mitteldalmatien sein, sofern Wetter, Seegang und Törnverlauf dafür geeignet sind.
MANAIA verfügt über vier Doppelkabinen für Gäste, jeweils mit eigenem Bad. Das Schiff besitzt mehrere Aufenthaltsbereiche, darunter die Flybridge, das Frontcockpit und das Achtercockpit.
Für Familien, Freundeskreise und geschlossene Gruppen bieten wir eine Privatcharter an. Dabei nutzt ausschliesslich die eigene Gästegruppe das Schiff.
Paare und Alleinreisende können im Rahmen einer Kabinencharter eine einzelne Doppelkabine buchen und die Gemeinschaftsbereiche mit weiteren Gästen teilen.
Das Schiff wird immer von Werner oder Tea geführt. Eine Bareboat-Charter ohne Skipper bieten wir nicht an.
Zwei SUPs, das Beiboot und die Schnorchelausrüstung gehören zur bestätigten Ausstattung. Ein Seabob F9 und ein AWAKE RÄVIK können gegen Aufpreis gebucht werden. Ob und wo einzelne Water-Toys eingesetzt werden dürfen, hängt von örtlichen Regeln, Verkehr, Wetter und Sicherheitsbedingungen ab.
Die technischen Angaben des ursprünglichen Artikels zu Solaranlage, Batteriekapazitäten und einem bereits fest installierten Watermaker waren nicht verbindlich bestätigt und wurden deshalb entfernt. Ein Wassermacher ist vorgesehen, wird aber erst nach endgültiger technischer Bestätigung als vorhandene Ausstattung kommuniziert.
Aktuelle Preise und Leistungen findet ihr auf der Seite Preise und Leistungen. Lebensmittel, Getränke, Treibstoff, Hafen- und Bojengebühren sowie Eintrittsgelder zählen zu den variablen Kosten. Ihre tatsächliche Höhe hängt vom Verbrauch und vom Verlauf der jeweiligen Woche ab.
Vis ist von Trogir aus grundsätzlich erreichbar, aber nicht für jede Woche die richtige Wahl. Die Insel liegt weiter draussen als Šolta, Brač oder Hvar. Dadurch gewinnen Wind, Seegang, Tageslicht und die Rückfahrt stärker an Bedeutung.
Für einen Törn nach Vis planen wir ausreichend Zeit ein. Die Insel soll nicht nur kurz angelaufen werden, damit ein bestimmtes Ziel auf der Route abgehakt werden kann. Wenn die Bedingungen nicht passen, wählen wir eine andere Route in der mitteldalmatinischen Inselwelt.
Gerade diese Flexibilität gehört zu persönlich geführten Segelferien. Nicht ein vorab festgeschriebenes Programm bestimmt die Woche, sondern eine Route, die zu den Gästen und den tatsächlichen Bedingungen passt.
Wer sich grundsätzlich mit der Vorbereitung einer Segelwoche beschäftigen möchte, findet weitere Informationen in unserem Beitrag Segeltörn in Kroatien planen: Vorbereitung, Route und Tipps.
Weitere Inseln, Häfen und mögliche Törnziele stellen wir auf der Seite Erlebnisse und Reviere sowie in unserem Magazin unter Reviere und Buchten vor.
Die Blaue Grotte, auf Kroatisch Modra špilja, liegt auf der kleinen Insel Biševo in Dalmatien. Biševo befindet sich südwestlich von Komiža, dem alten Hafenort auf der Insel Vis. Die Grotte ist ausschließlich vom Wasser aus zu erreichen.
Das charakteristische silber-blaue Leuchten in der Modra špilja siehst du an sonnigen Tagen am besten zwischen 10:00 und 13:00 Uhr. In diesem Zeitraum fällt das Sonnenlicht in einem optimalen Winkel durch eine natürliche Unterwasseröffnung in die Felshöhle. Es reflektiert am hellen Kalksteinboden.
Nein, das Einfahren mit dem eigenen Schiff oder Beiboot ist streng verboten. Auch Schwimmen ist in der Blauen Grotte untersagt. Du kaufst am Ufer der Bucht Mezuporat ein Ticket. Kleine, lizenzierte Boote lokaler Betreiber bringen die Gäste dann durch den engen Felseingang.
Ein Segeltörn von Trogir nach Vis führt durch die mitteldalmatinische Inselwelt. Meist bieten sich Šolta oder Brač für einen Zwischenstopp an. Vis liegt weiter draußen auf der offenen Adria, westlich der langgestreckten Insel Hvar.
Bäcker füllen diese rustikalen Hefeteigkuchen von der Insel Vis mit Zwiebeln und salzigen Sardellen. Der Hauptunterschied liegt in der Tomate. Die Komiška pogača aus Komiža enthält Tomaten in der Füllung. Die Viška pogača aus Vis-Stadt wird traditionell ohne Tomaten gebacken.