Wenn eine Saison endet – Abschied von CATA DEL MAR und Vorfreude auf MANAIA

Nach vielen gemeinsamen Jahren endet unsere Zeit mit CATA DEL MAR. Während die Fountaine Pajot Astrea 42 für die Übergabe an ihren neuen Eigner vorbereitet wird, wächst gleichzeitig die Vorfreude auf unsere neue Lagoon 47 MANAIA.

Unsere Saison mit CATA DEL MAR, einer Fountaine Pajot Astrea 42, ist zu Ende.

Die letzten Törns liegen hinter uns, die Tage werden kürzer und in der Marina beginnt gegen Ende Oktober die ruhigere Jahreszeit. Für uns startet jetzt die Phase, die nach jeder Saison dazugehört: kontrollieren, warten, pflegen, reparieren und vorbereiten.

Diesmal ist es allerdings nicht einfach nur der übliche Winterservice, denn unsere CATA DEL MAR wird uns verlassen.

Nach mehreren Jahren voller Ferien, Törns, Buchten, Häfen und unzähliger Erinnerungen wird das Boot nun Schritt für Schritt für die Übergabe an seinen neuen Eigner vorbereitet.

Und genau deshalb fühlt sich dieser Winter anders an.

Ein Boot wird irgendwann Teil der eigenen Geschichte

CATA DEL MAR war für uns nie einfach nur ein Katamaran. Sie war jedes Jahr für einige Wochen unser Zuhause auf dem Wasser. Mit ihr haben wir Ferien verbracht, lange Tage auf See erlebt, morgens in stillen Buchten den ersten Kaffee getrunken und abends im Cockpit gesessen, wenn die Sonne hinter den Inseln verschwunden ist.

Wir haben mit ihr Kroatien und seine wunderschönen Reviere entdeckt, perfekte Segeltage erlebt, improvisiert, geplant und dabei immer wieder gemerkt, wie sehr ein Boot mit der Zeit Teil des eigenen Lebens wird. Es sind dabei nicht einmal unbedingt die grossen Momente, die bleiben.

Oft sind es die kleinen: Das Geräusch der Ankerkette am Morgen. Der erste Sprung ins Wasser. Ein schöner Schlag unter Segeln. Das Frühstück im Cockpit. Eine Bucht, die am Abend plötzlich fast leer wird. Ein Glas Wein an Deck. Oder einfach dieses Gefühl, unterwegs zu sein. Ein Boot selbst speichert keine Erinnerungen, aber irgendwann verbindet man so viele davon mit ihm, dass es sich trotzdem genau so anfühlt.

Jetzt beginnt die letzte gemeinsame Arbeit

Bevor CATA DEL MAR an ihren neuen Eigner übergeben wird, steht noch einiges an. Die Winterarbeiten beginnen bald und die Liste ist lang. Das Boot kommt aus dem Wasser, Technik und Systeme werden überprüft, Wartungen werden durchgeführt, Verschleissteile kontrolliert und ausgewechselt, kleine Spuren der Saison beseitigt und das Boot Schritt für Schritt für die Übergabe vorbereitet.

Motoren, Elektrik, Rigg, Deck und Innenraum – alles wird noch einmal genau angeschaut. Unser Anspruch ist dabei derselbe wie immer: Wir möchten CATA DEL MAR in einem Zustand übergeben, bei dem wir selbst jederzeit wieder gerne die Leinen losmachen würden. Das gehört für uns dazu.

Ein Boot, das uns über Jahre so viele schöne Erlebnisse ermöglicht hat, gibt man nicht einfach irgendwann ab. Man kümmert sich bis zum Schluss darum.

Während CATA DEL MAR geht, entsteht MANAIA

Das Besondere an diesem Winter ist, dass der Abschied nicht für sich alleine steht.

Parallel dazu entsteht längst das nächste Kapitel. Unsere neue Lagoon 47 MANAIA ist nicht einfach irgendwann auf einer Preisliste aufgetaucht und bestellt worden. Hinter dem neuen Boot steckt ein längerer Entscheidungs- und Kaufprozess, bei dem wir sehr genau überlegt haben, wie unser zukünftiges Schiff aussehen soll.

Dazu gehörten Gespräche, Vergleiche, technische Entscheidungen und natürlich auch Termine direkt in Frankreich. Ein besonders wichtiger Teil davon waren unsere Besuche in den Werken in Bordeaux und Les Sables-d’Olonne. Dort wird aus einer Modellbezeichnung und ersten Entwürfen, die wir seinerzeit - gegen Unterzeichnung eines NDA - anschauen durften, langsam ein echtes Schiff. Und dann sahen wir sie endlich live an der Internationalen Boatshow in Cannes vor wenigen Wochen.

Katamaran Lagoon 47 an der Messe in Cannes.

Plötzlich spricht man nicht mehr abstrakt über Optionen und Ausstattung, sondern steht vor Bauteilen, Materialien, Lösungen und Details, die später jeden einzelnen Tag an Bord beeinflussen werden.

Ein neues Boot entsteht aus vielen kleinen Entscheidungen

Beim Kauf eines solchen Katamarans geht es irgendwann längst nicht mehr nur um die Frage, welches Modell es werden soll. Dann beginnt die Detailarbeit.

Welche Ausstattung brauchen wir wirklich? Welche Lösungen machen den Betrieb einfacher? Was brauchen wir eher nicht? Was erhöht den Komfort für unsere Gäste? Was bringt uns mehr Autarkie? Und welche Dinge haben wir auf bisherigen Booten vermisst?

Viele Entscheidungen rund um MANAIA basieren deshalb ganz bewusst auf unseren Erfahrungen der vergangenen Jahre. Und die Optionslisten sind lang und so manches Detail darauf mag auf den ersten Blick als notwendig betrachtet werden, aber nach einigen Überlegungen und Besinnung auf die eigenen Erfahrungen mit anderen booten, wählt man eben nicht alles aus.

Und viele kleinere Details, die auf dem Papier unspektakulär wirken, machen im täglichen Betrieb aber einen grossen Unterschied. Manches davon hätten wir vor einigen Jahren vielleicht anders entschieden. Heute wissen wir besser, was an Bord tatsächlich zählt.

Und einen grossen Teil dieser Erfahrung verdanken wir Booten wie CATA DEL MAR.

Vom Prospekt zum eigenen Schiff

Das Spannende an diesem Prozess ist die Veränderung der Wahrnehmung. Am Anfang betrachtet man Grundrisse, technische Daten und Renderings. Dann steht man irgendwann selbst vor dem Schiff.

Man geht durch den Salon. Man schaut sich die Kabinen an. Man steht am Steuerstand. Man prüft Wege, Sichtlinien, Stauraum und Arbeitsbereiche. Und plötzlich wird aus einer Bestellung etwas sehr Persönliches. Bei uns war spätestens in Cannes klar, dass wir bis dahin alles richtig gemacht haben und uns für ein Boot entschieden haben, mit dem wir unseren Gästen ab 2027 die Art von Segelferien bieten wollen, die wir selbst lieben.

Der Abschied wird trotzdem nicht leichter

All diese Vorfreude ändert nichts daran, dass die Übergabe von CATA DEL MAR ein besonderer Moment werden wird. Irgendwann werden die Winterarbeiten abgeschlossen sein und irgendwann kommt der Moment, an dem wir ein letztes Mal von Bord gehen und wissen: Jetzt gehört CATA DEL MAR nicht mehr zu unserem Alltag.

Darauf freut man sich nicht unbedingt. Auch dann nicht, wenn der Verkauf geplant war und gleichzeitig etwas Neues beginnt. Denn mit einem Boot gibt man nicht nur Technik, GFK, Motoren und Segel weiter. Man gibt einen Ort weiter, an dem man viele schöne Wochen verbracht hat.

Und dann wartet das nächste grosse Abenteuer

Nach der Übergabe wird unser Blick endgültig nach vorne gehen. Denn mit MANAIA wartet direkt das nächste grosse Kapitel. Nach der Übernahme in Frankreich beginnt die Überführung zu unserer Basis in Kroatien.

Rund 2.500 Seemeilen liegen zwischen der französischen Atlantikküste und Trogir.

Atlantik - Kap Finisterre - Portugal - Gibraltar - Das westliche Mittelmeer - Balearen - Sardinien - Die Strasse von Messina - Otranto - Und schliesslich die Adria.

Das wird keine gewöhnliche Bootsübernahme. Es wird der eigentliche Beginn der Geschichte von MANAIA. Und vielleicht ist genau das der richtige Übergang. Das alte Boot verabschiedet sich. Das neue kommt nicht einfach irgendwann in einer Marina an. Wir holen es selbst ab und bringen es über tausende Seemeilen dorthin, wo das nächste Kapitel beginnen soll.

Die Passage, auf die wir mit Respekt blicken

Ein Abschnitt der Überführung beschäftigt uns schon jetzt besonders: die Strasse von Gibraltar. Nicht wegen des dichten Schiffsverkehrs, sondern wegen der Iberischen Orcas.

Seit 2020 kommt es entlang der Atlantikküste Spaniens und Portugals sowie im Bereich der Strasse von Gibraltar immer wieder zu Interaktionen zwischen Orcas und Segelyachten. Dabei konzentrieren sich die Tiere häufig auf das Ruder. In vielen Fällen bleibt es bei kurzen Kontakten, in anderen wurden Ruderanlagen schwer beschädigt oder zerstört. In wenigen Fällen führten die Schäden sogar dazu, dass Yachten sanken. Menschen wurden dabei nach heutigem Kenntnisstand nicht schwer verletzt.

Warum die Tiere dieses Verhalten zeigen, ist bis heute nicht abschliessend geklärt. Fachleute diskutieren unter anderem Spiel- und Lernverhalten; von gezielten „Angriffen“ auf Menschen zu sprechen, wäre daher nicht korrekt. Sicher ist nur: Für eine Segelyacht kann eine solche Begegnung erhebliche Folgen haben.

Ganz hilflos ist man allerdings nicht. Behörden und Seglerorganisationen veröffentlichen inzwischen aktuelle Hinweise zu Risikogebieten und zum Verhalten bei einer Begegnung. Die Empfehlungen haben sich im Laufe der Jahre verändert und sollten unmittelbar vor unserer Passage nochmals anhand der aktuellen Lage geprüft werden.

Zusätzlich wollen wir ein technisches Abschrecksystem mitführen, den sogenannten Wal - PAL v3 (pat.) Dabei handelt es sich um ein akustisches System, das hinter dem Schiff eingesetzt wird und die Tiere durch Schallsignale auf Abstand halten soll. Erste Erfahrungsberichte werden positiv beschrieben.

Der Wal-Pal v.3, ein akustisches Störgerät gegen Orcas.

Für uns wird deshalb gelten: aktuelle Meldungen verfolgen, die Passage sorgfältig planen und nichts dem Zufall überlassen. Notfalls warten wir noch ein oder zwei Tage ab bevor wir die Strasse von Gibraltar durchqueren. Und dann hoffen wir natürlich trotzdem auf das Einfachste: dass wir die Orcas maximal aus der Ferne sehen – und MANAIA unbeschädigt ins Mittelmeer bringen.

Von CATA DEL MAR zu MANAIA

Mit CATA DEL MAR haben wir viele schöne Wochen auf dem Wasser verbracht: ruhige Morgen in geschützten Buchten, ausgedehnte Segeltage mit gutem Wind und gemütliche Abende vor Anker. Es war eine abwechslungsreiche Zeit mit vielen Seemeilen und Erlebnissen, auf die wir gerne zurückblicken.

Jetzt steht uns noch ein letzter Winter mit CATA DEL MAR bevor. Danach wünschen wir dem neuen Eigner ebenso schöne Reisen und viel Freude mit dem Boot.

Gleichzeitig nimmt in Frankreich unsere neue Lagoon 47 MANAIA Gestalt an. Auf die ersten Seemeilen mit ihr und die kommenden Segelferien freuen wir uns schon jetzt.

CATA DEL MAR geht. MANAIA kommt.

Und irgendwann heisst es dann wieder: Leinen los.